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Hufrehe, ein jährlich wiederkehrendes Problem…

By 27. November 2022

Die Hufrehe, die in der Fachsprache Laminitis genannt wird, ist eine bei Huftieren auftretende Krankheit. Es handelt sich um eine Entzündung der Huflederhaut, die nicht auf einer Infektion beruht. Die akute Hufrehe ist immer ein medizinischer Notfall und bedarf der sofortigen Behandlung.

Im Verlauf einer Hufrehe Erkrankung kann es zur Ablösung der Huflederhaut von der Hufwand bis hin zum Ausschuhen kommen, chronische Hufrehe Erkrankungen können zu Rotationen der Hufbeine bis hin zum Hufbeindurchbruch führen.

Hufrehe erkennen:

Die ersten Anzeichen einer Hufrehe sind für den Pferdebesitzer oft nur schwer zu erkennen. Je nach Pferdetyp kann das Pferd leichte oder auch hochgradige Schmerzen zeigen. Bei einer leichten Entzündung der Huflederhaut versuchen die Pferde meistens die Hufe abwechselnd zu entlasten. Wenn beide Vorderhufe betroffen sind nimmt das Pferd oft eine typische sägebockartige Stellung ein und stellt dabei die Vorderhufe weit nach vorne, um das Gewicht auf die Hinterhand und die weniger schmerzhaften Ballen- und Trachtenbereiche zu verlagern. An der Zehenarterie ist eine etwas stärkere Pulsation zu spüren. Die Hufe sind oftmals auch wärmer als im Normalzustand. Die Untersuchung der Hufe mit der Hufzange zeigt oft eine Schmerzhaftigkeit.

Für das Auftreten von Hufrehe gibt es mehrere Ursachen, sie reichen vom Futter, über zu hohe Belastung bis hin zu Störungen im Hormonhaushalt:

  • Futterrehe

Die Futterrehe ist die am weitesten verbreitete Hufrehe und wird durch falsche oder zu reichhaltige Fütterung verursacht.

Viel Fruktan im Gras kann das Risiko einer Hufrehe erhöhen. Die Menge an Fruktanen ist abhängig von der Pflanzenart, vom Aufwuchszeitpunkt und von der Jahreszeit. Die meisten Fruktane enthält das Gras im Frühjahr und Herbst. Dabei sind vor allem die sonnigen frostigen Morgende die gefährlichen, weil das Gras viel Fruktan produziert, wegen der nächtlichen Kälte aber nicht in Wachstum umsetzt, sondern speichert und darum besonders reichhaltig ist.

Große Mengen an kohlenhydratreichem Futter sind für Pferde nicht gesund. Durch viel Brot, Getreide, Klee oder auch Obst kann es zu einer Übersäuerung des Dickdarms kommen, die kann zum Sterben der Darmbakterien führen. Durch das Sterben der Bakterien entstehen Gifte, die durch die Darmwand aufgenommen werden und ebenfalls eine Hufrehe auslösen.

  • Übergewicht

Übergewicht ist eine weitere wesentliche Ursache für Hufrehe, weil das Fett nicht nur Speichergewebe ist, sondern auch Hormone produziert und damit den Zucker- und Insulinstoffwechsel durcheinander bringt.

  • Belastungsrehe

Die Belastungsrehe entsteht durch Überbelastung des Hufes. Sie wird vor allem durch langes Laufen auf harten Böden ausgelöst (Marschrehe) oder durch Überlastung eines Hufes z. B. nach der Ruhigstellung des gegenüberliegenden Beines. Darum sollte, vor allem bei Pferden mit wenig Hufsubstanz, immer auf einen angemessenen Hufschutz (Beschlag/ Schuhe) geachtet werden, wenn Strecken mit viel hartem Untergrund geritten werden. Auch lange Stallphasen können aufgrund der dadurch ausgelösten Störung der Blutzirkulation zu einer Rehe führen (Stallrehe).

  • Metabolische Erkrankungen

Stoffwechselstörungen wie der Equine Cushing Syndrom können ebenfalls Hufrehe begünstigen. Der Körper dieser Pferde produziert zu viel körpereigenes Cortisol. Diese Überproduktion von Cortisol beeinflusst das Immunsystem, den Proteinstoffwechsel und auch den Blutzuckerspiegel.

  • Vergiftungsrehe

Bei der Vergiftungsrehe laufen im Darm ähnliche Prozesse ab, wie bei der Verdauung von zu viel Kohlenhydraten. Vergiftungen können entstehen bei Aufnahme von Giftpflanzen oder Pilzgiften.

  • Medikamente

Durch Medikamente der Stoffgruppe der Glukokortikoide kann eine Hufrehe Erkrankung begünstigt werden. Darum sollten diese Medikamente nur eingesetzt werden, wenn dies zwingend nötig ist und immer gut Nutzen und Risiko abgewägt werden.

  • Geburtsrehe

Eine Geburtsrehe kann durch Verbleiben von Resten der Nachgeburt in der Gebärmutter entstehen. Hierbei kommt es zu einer bakteriellen Zersetzung und der Aufnahme von Endotoxinen in die Blutbahn.

Behandlung:

Bei einer Hufrehe sollte eine tierärztliche Untersuchung und Behandlung erfolgen.

Zusätzlich kann der Besitzer folgende Maßnahmen ergreifen:

  • Diät halten
  • Die Hufe kühlen
  • Weicher Auslauf, Sand ohne Steine
  • Weich eingestreute Box
  • Das Pferd nicht zu Bewegung zwingen

Sinnvolle Maßnahmen zur Verhinderung von Hufrehe

  • Die Pferde schlank halten
  • Nicht zu viel Kraftfutter füttern
  • Gute Hufpflege, passender Beschlag
  • Bei Erkrankungen eines Beines die gegenüberliegen Huf in Verband legen
  • Sauberes gutes Futter (Pilzfrei)
  • Pferde nicht übermäßig auf hartem Boden bewegen
  • Langsame Futterumstellung
  • Geburtshygiene beachten und Nachgeburt auf Vollständigkeit prüfen